Tanzchiste 1/2008
TANZCHISTE 1/2008: EIN BERICHT ÜBER DEN
FACHKURS 07-209 VOLKSTANZ DER PRO SENECTUTE:
Nicht (nur) um das Tanzen zu lernen, vielmehr um zu lernen, wie man Tänze lehrt, bzw. Volkstänze an Senioren weiter vermittelt, kamen wir Kursteilnehmenden zum Fachkurs 07-209 Volkstanz der Pro Senectute zusammen!
Bereits am ersten Kurstag legten uns die beiden Kursleiterinnen Susanne Bolliger- Heuss (altbewährte Fachleiterin) und Ursula Häni- Zeller (neueingesetzte Fachleiterin) das Gedicht * „Ich lobe den Tanz“ zur Begrüssung zu unseren Kursunterlagen. Dieses Gedicht, aus welchem die hier im Text zitierten Stellen stammen, sollte uns während unserer Ausbildung -und wohl auch darüber hinaus- begleiten!
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, welche unsere unterschiedlichen Biografien im Miniformat sichtbar werden liess, ging es gleich los mit Tanzen! Tanzen -Volkstanz im Besonderen- war und ist unsere gemeinsame Leidenschaft und das Element, welches unsere bunt gemischte Gruppe von 14 Personen aus sechs verschiedenen Kantonen verbindet und zum Besuch dieses Kurses geführt hatte. Übrigens waren sogar zwei Herren in unserer Gruppe- eine Spezies mit Seltenheitswert in der Volkstanzszene der Pro Senectute…
Geschickt verstanden es die beiden Leiterinnen Ursula und Susanne an jedem Ausbildungstag, das Tanzen mit dem zu erarbeitenden Theoriestoff zu verknüpfen und uns so jeweils praktisch die Lerninhalte nachvollziehen zu lassen! Am Schluss jedes Kurstages brummte uns der Kopf zwar vor lauter Tanzterminologiebegriffen lernen, Gedächtnisstützen entziffern, und „Värsli brünzle“..
Die beiden Leiterinnen hatten aber auch da das methodisch geschickte „Zückerli“ und entliessen uns jeweils mit einem entspannenden Tanz nach Hause!
den befreiten,
den schwingenden Menschen
im Gleichgewicht der Kräfte.“
Spätestens nach den drei ersten Kurstagen war uns allen klar, dass zusätzlich zum Besuch des Leiterkurses für Seniorenvolkstanz auch viel eigene Tanzpraxis und vorbereitende Denk- und Übearbeit zu Hause erforderlich ist!
Was würde uns wohl am Weekend im September im bewährten Hotel Mohren in Huttwil noch erwarten?! Mit einer Tänzerin mehr, welche für das Weekend zu unserem Kurs dazu kam, starteten wir erwartungsvoll in die zwei Intensivtage! Nach der Repetition aller bisher gelernten Tänze wurden wir auf das kommende Praktikum vorbereitet.
Schwerpunkt war das eigene „LeiterIn sein“, das Vorbereiten einer Lektion und die Methoden des Vermittelns von Tänzen. Längst war uns allen bewusst, dass selber gut tanzen können und Tänze vermitteln zwei Paar recht verschiedene Schuhe sind!
Der Abend wurde von uns allen mit Spannung erwartet, hatten wir doch die Aufgabe, der Gruppe einen einfachen Tanz in zehn Minuten beizubringen. Unsere beiden Fachkursleiterinnen warfen sich für den Tanzabend in besondere Gala! (Hätten wir das gewusst, wir hätten wohl auch unser kleines Schwarzes oder den Frack mitgebracht…!)
Nachdem uns Susanne am Nachmittag versichert hatte, es wäre noch nie vorgekommen, dass plötzliche zwei gleiche Tänze vorbereitet würden, brachten zwei unserer Gruppe dieses „Kunststück“ trotzdem fertig…mit der Wahl von „Zemer Atik“. Der Abend bestand dann aber trotzdem aus einer abwechslungsreichen Mischung von einfachen Tänzen aus aller Welt und hat uns allen viel Spass gemacht. Es versteht sich, dass bei dem nachfolgenden Glas Wein oder Tee noch bis in alle Nacht diskutiert wurde…
Als Heimkehrmusik erhielten wir am zweiten Intensivtag ein besonderes Ständlein von ca. 15 Dudelsackpfeifern und Trommlern, die anschliessend an unser Tanzweekend den „Mohren“ zum Proben ihrer traditionellen schottischen Stücke ausgewählt hatten!
Bis zum letzten, abschliessenden Kurstag, wälzten wir alle die Tanzbeschreibungen der VIS-CD vorwärts und rückwärts, versuchten die „Sprüchli und Värsli“ den Füssen entsprechend zu kreieren und hörten uns die Musik der verschiedenen Tänze nicht nur einmal an… Leider war Verena Keller kurzfristig erkrankt und konnte den Schlusstag nicht mit uns verbringen!
Alle anderen bewiesen wir im „Prüfungstanz“, dass wir die nötigen Grundlagen zum Vermitteln von Volkstänzen erarbeitet hatten!
der alles fordert und fördert:
Gesundheit und klaren Geist
und eine beschwingte Seele.“
Bestens gerüstet, mit einiger Praxiserfahrung aus den Hospitations- und Praktikumslektionen und mit dem vielen Fachwissen, welches uns die beiden sehr kompetenten Kursleiterinnen Susanne und Ursula beigebracht haben, sehen wir unserer zukünftigen Arbeit mit den SeniorInnen mit Freude, Spannung und Zuversicht entgegen…
… so werden hoffentlich nicht erst die Engel im Himmel Freude an den von uns vermittelten Tänzen haben!
Franziska Steggerda-Häring

FACHKURS 2007 in Aarau, Dezember 2007
vlnr: Graziosa Scheggia, S.Bolliger, Sarah Berger, Franziska Steggerda, Margrit Müller ,
Doris Kuhn, Walter Turla, Verena Grun, Edith Rudolf von Rohr, Gisela Baum, Ursula Häni,
Denise Roth, Therese Hintermann, Cornelia Wälti, Ruedi Zulliger
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